Homo-Ehe wieder verboten 05.11.08 In Kalifornien ist die Homo-Ehe durch eine
Volksabstimmung wieder abgeschafft worden. Erst vor wenigen Monaten
hatte das Oberste Gericht von Kalifornien den Weg für die
gleichgeschlechtliche Ehe freigemacht.
In Kalifornien haben die Bürger für die Abschaffung der Homo-Ehe
gestimmt. In einer Volksabstimmung setzten sich die Gegner
gleichgeschlechtlicher Eheschließungen durch, wie die Behörden am
Mittwoch mitteilten.
Demnach votierten nach der Auszählung von 95 Prozent der
Stimmen 52,1 Prozent der Wähler in dem Westküstenstaat für das Verbot
der Homo-Ehe und 47,9 Prozent dagegen. Die Kalifornier hatten am
Dienstag nicht nur über den künftigen US-Präsidenten abgestimmt,
sondern auch darüber, ob ein Verbot der Homo-Ehe in der Verfassung
verankert werden soll. Auch in Arizona und Florida waren die Gegner der Homo-Ehe in Referenden erfolgreich. Das
Oberste Gericht von Kalifornien hatte erst vor wenigen Monaten den Weg
für die Homo-Ehe freigemacht. Im Mai kippte es das Ergebnis einer
ähnlichen Volksabstimmung aus dem Jahr 2000, bei der sich 61 Prozent
der Kalifornier gegen gleichgeschlechtliche Eheschließungen
ausgesprochen hatten. Kalifornien war damit nach Massachusetts
der zweite US-Bundesstaat, der Partnerschaften von Homosexuellen der
Ehe zwischen Mann und Frau vollkommen gleichstellte. Einige weitere
Staaten lassen eingetragene Lebenspartnerschaften zu. In Kalifornien
sammelten die Gegner der Home-Ehe jedoch genügend Unterschriften, um
die Volksabstimmung zu erwirken. In Arizona und Florida stimmten
die Wähler bei ähnlichen Referenden für einen Verfassungszusatz, der
Eheschließungen auf Mann und Frau beschränkt. Mit 62 Prozent war die
Ablehnung gleichgeschlechtlicher Ehen in Florida am größten. In
Arkansas war ein Referendum erfolgreich, das unverheirateten Paaren,
homosexuellen und heterosexuellen, Adoptionen und die Annahme von
Pflegekindern verbietet.
Das kalifornische Votum wirft nun rechtliche Fragen auf, denn
seit Juni haben sich nach einem Bericht der „Los Angeles Times“ bereits
18.000 Lesben und Schwule in Kalifornien das Ja-Wort gegeben. Darunter
waren auch einige Prominente wie die US-Talkshowqueen Ellen DeGeneres.
Sie heiratete im August ihre Freundin, die Schauspielerin Portia de
Rossi.
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Alte Lesben sagen "Ja"
25.06.08
In
Kalifornien war die Homo-Ehe erst möglich, dann wieder verboten - jetzt
ist sie wieder erlaubt. Die ersten Paare gaben sich das Ja-Wort,
darunter zwei Frauen über achtzig. SAN FRANCISCO ap/dpa/afp In Kalifornien
dürfen Schwule und Lesben jetzt doch heiraten. Unmittelbar nachdem das
Verbot der Homo-Ehe in Kalifornien aufgehoben wurde, gingen dort die
ersten Paare zum Standesamt. Als eine der ersten gaben sich am Montag
im Rathaus von San Francisco die lesbischen Aktivistinnen Del Martin,
87, und Phyllis Lyon, 83, das Ja-Wort. Ehrengast bei der Zeremonie war
San Franciscos Bürgermeister Gavin Newsom. Martin und Lyon sind seit 55
Jahren ein Paar und Pionierinnen der Homosexuellen-Bewegung.
Nachdem Newsom sie zu "Ehepartnern fürs Leben"
erklärt hatte, küsste sich das Paar unter großem Applaus der Gäste. Die
beiden hatten im Februar 2004 als erstes lesbisches Paar in den
Vereinigten Staaten schon einmal geheiratet. Bürgermeister Newsom hatte
damals Lesben und Schwulen grünes Licht zum Heiraten gegeben. Doch nach
4000 Eheschließungen griff ein Richter ein und die Ehen wurden später
annulliert.
Insgesamt wollten am Montag nur rund zwei
Dutzend schwule und lesbische Paare in ganz Kalifornien den Bund fürs
Leben schließen, wie die Zeitung Los Angeles Times berichtete. Für Dienstag rechneten die Behörden mit einem Ansturm tausender Paare.
Das Oberste Gericht in Kalifornien hatte das
Verbot gleichgeschlechtlicher Ehen Mitte Mai gekippt, das Urteil trat
am Montagnachmittag in Kraft. Als erster Staat in den USA hatte
Massachusetts die Homo-Ehe legalisiert. Dort dürfen aber nur Paare
heiraten, die auch in dem Staat leben. Anders in Kalifornien, dort
können auch Paare aus anderen Staaten die Ehe schließen. Der Staat New
York hat angekündigt, solche Ehen anerkennen zu wollen.
In Staaten, die die kalifornische Homo-Ehe
nicht anerkennen wollen, wird mit zahlreichen Klagen gerechnet. Und
auch in Kalifornien ist die Zukunft der Homo-Ehe noch offen.
Konservative Aktionsgruppen haben durchgesetzt, dass die Kalifornier in
einigen Monaten in einem Referendum über die Entscheidung des Obersten
Gerichts abstimmen. Demnach stimmen die Wähler am 4. November nicht nur
über den künftigen US-Präsidenten ab, sondern auch darüber, ob ein
Verbot der Homo-Ehe in der kalifornischen Verfassung verankert werden
soll. Ehen unter gleichgeschlechtlichen Partnern könnten also wieder
verboten werden. Bereits am Montag demonstrierten Gegner der Homoehe
vor dem Rathaus von San Francisco mit Plakaten wie "Homo-Sex ist
Sünde".
Auch wenn das Thema zu den am schärfsten
diskutierten Fragen der USA zählt, scheint die Bevölkerung in
Kalifornien ihr gegenüber offener geworden zu sein. Während sich vor 30
Jahren fast 60 Prozent der Kalifornier gegen die Homo-Ehe aussprachen
und nur knapp 30 Prozent sie befürworteten, sieht es heute nach den
Ergebnissen einer Studie des Umfrageinstituts Field anders aus: Demnach
waren 52 Prozent der Einwohner dafür, dass sich Schwule und Lesben das
Ja-Wort geben können, 41 Prozent dagegen.
In Kalifornien leben einer Studie zufolge
100.000 gleichgeschlechtliche Paare, von denen jedes zweite in den
kommenden drei Jahren heiraten will. Kalifornien dürfte zudem ein Ziel
für Hochzeitstouristen werden, da dort auch Homosexuelle aus anderen
Bundesstaaten heiraten dürfen. Die kalifornische Wirtschaft erhofft
sich durch den Hochzeitstourismus in den nächsten drei Jahren
Mehreinnahmen von 700 Millionen Dollar. Quelle: TAZ.DE
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